So entsteht die AgoraNatura-Blüte zu Ihrem Projekt

Die AgoraNatura-Blüte visualisiert die durch Ihr Projekt unterstützten Naturleistungen. Über das Onlineformular definieren Sie, welche Naturleistungen Sie versprechen können und ob alle Effekte Ihrem Projekt zuzuordnen sind. Um dies mit der Blüte abzubilden, entscheiden Sie sich zwischen drei möglichen Wertkategorien und zwei unterschiedlichen Füllarten. 

 

Im Folgenden finden Sie die Kriterien zur Einordnung Ihrer Fläche in diese Wertkategorien und zudem wichtige Hinweise zur Beschreibung und Ergebnisbeobachtung zu jeder Naturleistung. Außerdem zeigen wir an einem anschaulichen Beispiel, wie Sie damit umgehen, wenn relevante Effekte nicht dem AgoraNatura-Projekt zugeordnet werden können.

    Vielfalt Pflanzen

Hier geht es um das Vorkommen vielfältiger oder gefährdeter Wildpflanzenarten. 

Wie messen wir die Vielfalt? Bei unseren ersten Projekttypen nutzen wir  die Methode des High Nature Value (HNV)-Farmland-Indikators. Nutzflächen werden über die Erfassung von sogenannten Kennarten / Kenntaxa differenziert. Je höher die Anzahl, desto höher die naturschutzfachliche Wertigkeit der Fläche.

Dies übernehmen wir für die Einordnung der Projektflächen in die Kategorien der Blüte.

Kriterien bei der Erfassung landwirtschaftlicher Nutzflächen als High Nature Value-Farmland

wertvoll ⇒ mind. vier Kennarten
sehr wertvoll ⇒ sechs bis sieben Kennarten
äußerst wertvoll ⇒ mehr als sieben Kennarten

Bei einigen Flächen ist zudem eine gutachterliche Einschätzung hilfreich.

Erfassungsbögen mit Kurzanleitung finden Sie auf der Seite des Naturplus-Standards.

In den Feldern “Gefährdete Arten” und “Anzahl gefährdeter Arten” sowie  “Weitere wichtige Arten” und “Sonstige Besonderheiten” können Sie Ihre Kenntnisse zum Vorkommen konkreter Zielpflanzenarten auf der Projektfläche darstellen. Geben Sie dabei bitte auch immer Ihre Datenquellen mit an.

Gibt es noch keine Kenntnis zum Vorkommen konkreter Zielarten, nutzen Sie das letzte Feld „Pflanzenarten, die besonders gefördert werden sollen“.

Vermeiden Sie Doppellungen. 

Auch für die Ergebnisbeobachtung nutzen wir den HNV-Ansatz. Eine Begehung der Gesamtfläche oder die gezielte Beobachtung zur Ausbreitung von Einzelarten kann darüber hinaus hilfreich sein. Bei unseren ersten Projekttypen gehen wir bei Grünland von einer 1 – 2 maligen Kartierung innerhalb von fünf Jahren aus. Bei Ackerland kann auch eine jährliche Beobachtung sinnvoll sein. 

    Vielfalt Tiere

Hier geht es um den Lebensraum als Ganzes und die Ausrichtung Ihrer Nutzung auf die Bedürfnisse wildlebender Tierarten im Gebiet oder den Erhalt wertvoller Habitatstrukturen.

Wie differenzieren wir hier die naturschutzfachliche Wertigkeit? Auch hier bauen wir auf den Kriterien des High Nature Value-Farmland-Indikators auf. Ergänzen diese aber für Projekte, die auf den Schutz gefährdeter oder auch geschützter Tierarten ausgerichtet sind. Der Einsatz von Pflanzenschutzmittel wird allgemein ausgeschlossen.

Erste Kriterien

wertvoll

  • Flächen mit einem wertvollen Bestand an Wildpflanzenarten
  • Geschützte Biotoptypen, die durch das Projekt gepflegt werden
  • Flächen zur Verbesserung der Verbindung wertvoller Biotope

sehr wertvoll

  • Es kommen zusätzlich besonders wertvolle, für den Lebensraum typische Habitatstrukturen vor
  • Projekte, bei denen die Nutzung konkret auf die Förderung gefährdeter oder geschützter Arten ausgerichtet ist und die Entwicklung dieser Tierarten auch beobachtet wird 

äußerst wertvoll

  • Projektfläche und Nutzung sind auf die Unterstützung der Reproduktion geschützter oder gefährdeter Tierarten ausgerichtet

Im Online-Formular können Sie zwischen drei Typen unterscheiden, damit öffnen sich unterschiedliche Felder. Bitte nutzen Sie diese Option, es erleichtert Ihnen das Ausfüllen. Verwenden Sie dann die Felder im Formular so, dass Ihre Situation gut dargestellt wird.

Erste Methoden zur Erfassung relevanter Zahlen und Fakten finden Sie auf der Seite des Naturplus-Standards.

Auf der Seite des Naturplus-Standards finden Sie erste, passende Methoden. 

Möchten Sie konkrete Tierarten fördern, sollte die Entwicklung der Zielarten oder zumindest die Nutzung der Projektfläche durch die Zielarten beobachtet werde; hier gelten auch Spontanbeobachtungen. Der Aufwand ist je nach Projekt unterschiedlich. 

    Genetische Vielfalt

Hier geht es um die genetische Vielfalt bei Nutz- und Wildpflanzen und –Tieren.

Erste Kriterien

Streuobstwiesen
Bei den Streuobstwiesen geht es um den Erhalt vielfältiger alter und gefährdeter Obstsorten. Zeigen Sie auf, welche gefährdeten Sorten auf Ihrer Streuobstwiese erhalten oder neu gepflanzt werden. Dazu ist eine regelmäßige Pflege der Obstbäume notwendig. Die Pflege der Bäume und ihren altersgemäß guten Zustand sehen wir als wichtiges Bewertungskriterium. Eine über Jahre ungepflegte aber mit vielen gefährdeten Obstsorten bestandene Streuobstwiese würden wir daher (nur) als „wertvoll“ einordnen. Wird im Projekt die Pflege der Bäume gewährleistet, erhält die Streuobstwiese dadurch eine Aufwertung.

Blühflächen oder artenreiche Lebensräume entwickeln
Bei der Anlage von Blühflächen wird durch die Verwendung von zertifiziertem Regiosaatgut die unterste Wertkategorie erreicht. Wenn bei der Entwicklung von artenreichem Grünland oder Ackerland Saatgut von benachbarten artenreichen Flächen eingesetzt wird, kann auch die mittlere Wertkategorie erreicht werden.

Spenderflächen zur Entwicklung artenreicher Lebensräume
Wird eine bereits bestehende artenreiche Fläche als Spenderfläche gekennzeichnet, wird dies hier als ein zusätzlicher Wert gesehen.

Im Formular haben wir verschiedene Felder für Sie vorbereitet. Nutzen Sie diese, um in Ihrer Projektdarstellung relevante Details herauszustellen.

Auf der Seite des Naturplus-Standards finden Sie erste relevante Methoden.

Bei den Streuobstwiesen sollte z.B. am Ende des Projekts kartiert werden, dass die genannten Bäume auch auf der Fläche erhalten sind und in welchem Zustand sie sich befinden. Dazu gehört, dass bei Neupflanzungen Abstände zu benachbarten Bäumen eingehalten werden und dass die Zäunung erfolgreich war.

Geht es um die Entwicklung von Blühflächen oder um die Übertragung von Mahdgut, ist es natürlich interessant zu erfahren, ob sich die ausgesäten, übertragenen Pflanzenarten gut entwickeln.

    Bestäubungsleistung

Hier geht es um einen wertvollen Lebensraum für bestäubende Insekten.

Bei den ersten Projekten geht es um den Lebensraum für Wild- und Honigbienen. Dazu gehört ein hoher Anteil an krautigen, blühenden Pollen- und Nektarpflanzen und für die Wildbienen geeignete Habitate für ihre Nestanlage und Überwinterung. Schauen Sie einmal auf die Seite des Naturplus-Standards. Dort finden sie weitere Informationen.

Erste Kriterien

Prinzipiell gilt: Mindestens 30 Prozent Deckung mit krautigen Nektar- und Pollenpflanzen und der Verzicht auf Insektizide.

wertvoll

  • Kein monotoner Pflanzenbestand, einfacher Nachweis durch die Anzahl an dominierenden Blütenfarben, mit einem Blühzeitraum von mindestens zwei Monaten
  • Bei einer sehr hohen Deckung (> 50%) wird auch ein monotoner Pflanzenbestand akzeptiert bei einem Blühzeitraum von mindestens zwei Monaten

sehr wertvoll

  • Vielfältiger Pflanzenbestand, einfacher Nachweis durch mindestens zwei dominierende Blütenfarben, zudem Nektar- und Pollenpflanzen für Wildbienen (Wildpflanzen) und ein Blühzeitraum von mindestens drei Monaten mit geeigneten Habitaten für Nestanlage und Überwinterung für Wildbienen

äußerst wertvoll

  • Steigerung z.B. durch sehr vielfältigen Pflanzenbestand, sehr langen Blühzeitraum, sehr hohen Anteil an Wildarten, … unter Einbeziehung des Gesamtanteils an der Fläche. 

Nutzen Sie im Formular die Felder, um in Ihrer Projektdarstellung interessante Details für Ihre Projektfläche herauszustellen.

Auf der Seite des Naturplus-Standards finden Sie bereits einen  Kartierbogen, den Sie nutzen können. 

Hier können Sie in der Regel einfach mit Bildern arbeiten. Bitte nutzen Sie eine Kamera mit Anzeige Ihres Standortes.

    Klimaleistung

Hier geht es um die Fähigkeit von Ökosystemen, CO2 zu binden oder im Vergleich zu einer üblichen Nutzung, wirklich wenig treibhausschädliche Gase freizusetzen.

Bei unseren ersten Projekttypen stehen die Moore im Mittelpunkt. Zur Berechnung verwenden wir den GEST-Ansatz (TreibhausGas-Emissions-Standort-Type).

Erste Kriterien

sehr wertvoll

  • Moore mit einem hohen Wasserstand, etwa Wasserstufe 4+,
  • Wasserstand unter der Oberfläche bei etwa
  • im Winter: -15 bis -5 / im Sommer: -20 bis -10

äußerst wertvoll

  • nasse Moore mit Torfwachstum

Im Online-Formular tragen Sie die Ergebnisse Ihrer Berechnung ein und erläutern kurz Ihr Vorgehen, ggf. laden ein extra Dokument zur Erläuterung für die Zertifizierung hoch. Über die Felder „Qualitative Faktoren“ können Sie z.B. den mittleren Wasserstand oder die Torfmächtigkeit auf Ihrer Projektfläche kommunizieren.

Erreichen Sie mit Ihrem Projekt keine zusätzliche Klimaleistung, weisen Sie bitte keine Zahlen aus. Wollen Sie jedoch eine Klimaleistung Ihrer Fläche ausweisen, die aufgrund bereits bestehender Verpflichtungen besteht, nutzen Sie die Felder “Qualitative Faktoren”, um die relevanten Argumente zu kommunizieren und die Einordnung Ihrer Fläche in die Blüte zu begründen. 

Ist Ihnen der Aufwand für die Berechnung vor dem Projektstart zu groß, suchen Sie nach einfach erfassbaren Indikatoren für die Erwartung der Klimaleistung durch Ihr Projekt und geben an, dass Sie die Berechnung im Rahmen des Projekts vornehmen.

Nutzen Sie den GEST-Ansatz, ist zur Beobachtung die Pflanzenkartierung wichtig. Abstände von 5 Jahren sehen wir als ausreichend an. Möglicherweise können Sie auch auf andere Zahlen zum jährlichen Wasserstand zurückgreifen. Nutzen Sie diese für die Dokumentation Ihres Projekts.

    Wasserleistung

Hier geht es darum, dass ein Ökosystem sauberes Grundwasser liefert und damit Seen und Flüsse eine gute Wasserqualität behalten. In intensiv genutzten Kulturlandschaften entsteht dies z.B. durch den Verzicht auf eine „normale“ Düngung und die daraus resultierende verminderte N-Fracht für die Grundwasserkörper.

Bei unseren ersten Projekttypen geht es um landwirtschaftliche Nutzflächen. Auf dieser Seite des Naturplus-Standards finden Sie erste Methoden zur Quantifizierung eines verminderten Nährstoffeintrags durch eine extensive Bewirtschaftung.

Erste Kriterien

wertvoll

  • Nutzung ohne mineralische N-Düngung. Die Nutzung sollte so ausgerichtet werden, dass auch in Extremjahren kein hoher N-Austrag zu erwarten ist.
  • Wichtig sind ein begrenzter Tierbesatz und eine begrenzte organische Düngung. Eine dauerhafte Bodenbedeckung ist zudem günstig.
  • Erwartungswert: bis zu 50 kg/Hektar/Jahr weniger N-Fracht

sehr wertvoll

  • Einhaltung der Nutzungsbedingungen der untersten Kategorie auf einem gewässernahen Standort:
    Nutzt man Literaturwerte verändert sich der ausweisbare Erwartungswert nicht. Dennoch vergeben wir einen zusätzlichen Wertepunkt, um eine Nutzungsänderung auf diesen sensibelsten Standorten zu honorieren.
  • Wird bereits durch die Nutzungsänderung ein sehr hoher verminderter N-Austrag erreicht, wird die mittlere Kategorie auch ohne den gewässernahen Standort erreicht.
  • Erwartungswert: bis zu 100 kg/Hektar/Jahr weniger N-Fracht

äußerst wertvoll

  • Äußerst hohe verminderte N-Austräge sind beispielsweise durch eine angepasste Moornutzung zu erreichen.
  • Erwartungswert: > 100 kg/Hektar/Jahr weniger N-Fracht

Erreichen Sie mit Ihrem Projekt einen zusätzlichen Effekt, geben Sie Ihre berechnete Wasserleistung an. Da wir perspektivisch unterschiedliche Wasserleistungen aufnehmen wollen, müssen Sie die Maß- und Stoffeinheit selbst definieren. Nutzen Sie dazu einfach die Tooltipps im Formular.

Wir würden gerne auch Informationen zum Zustand Ihres Zielgewässers ausweisen. Falls Sie über keine Information dazu verfügen, lassen Sie die Felder einfach frei.

Über die Felder „Qualitative Faktoren“ können Sie z.B. ihre Tierbesatzstärke oder Ihren Verzicht auf mineralische N-Düngung kommunizieren.

Erreichen Sie mit Ihrem Projekt keinen zusätzlichen Effekt, weisen Sie bitte keine Zahlen aus. Beschreiben Sie, warum auf Ihrer Projektfläche eine Wasserleistung besteht und nutzen die Faktorenfelder um relevantes zu kommunizieren.

Beim Ausweisen einer verminderten N-Fracht ist eine Beobachtung kaum möglich. Weisen Sie einen wertvollen Pflanzenbestand aus, kann dies in gewissem Maß als indirekter Indikator gewertet werden, insbesondere bei längerer Projektlaufzeit.

Wird die Wasserleistung als sehr wichtig eingeschätzt, sind bei manchen Projekttypen N-min-Analysen möglich, als Nachweis, dass der Wert tatsächlich gering ist.

   Erleben

 
 

Lassen Sie Menschen an der Vielfalt, Eigenart und Schönheit der Natur durch Ihr Projekt teilhaben. 

Besonderes Angebot für InvestorInnen

Wollen und können Sie Ihren InvestorInnen ein besonderes Erlebnis anbieten? Dann laden Sie diese zu einem geführten Vor-Ort-Besuch ein oder bieten Sie ein besonderes digitales Erlebnis an. Zwischen diesen beiden Kategorien können Sie im Onlineformular unterschieden. Wählen Sie die Option, erscheint ein Stern in der Mitte der AgoraNatura-Blüte Ihres Projekts.

Denken Sie dabei auch daran, welche Beobachtungsergebnisse im Verlauf Ihres Projekts zu erwarten sind. Laden Sie z.B. ein, bei einer Kartierung dabei zu sein oder locken Sie mit den zu erwartenden Bildern aus Ihrem geplanten Monitoring.  Sie können auch Material exklusiv anbieten, indem Sie Ihren InvestorInnen über „Mein AgoraNatura“ eine Nachricht mit Anhang oder einem Link senden. Heben Sie so etwas bei der Beschreibung Ihres Erlebnisangebots hervor.

Überlegen Sie, ob es sinnvoll sein könnte, ein besonderes Erlebnisangebot an den Kauf einer bestimmten Anzahl an Zertifikaten zu binden. Entsteht ein normal verkäufliches Produkt, bietet sich zudem die Option an, dieses Produkt mit dem Kauf von Zertifikaten zu verbinden.

 

Allgemein mögliche Erlebbarkeit 

Darüber hinaus finden Sie im Onlineformular eine Auswahl an einfach anzukreuzenden Optionen. Hier geht es um die allgemeine Zugänglichkeit Ihrer Projektfläche über einen öffentlichen Weg, die mögliche Lage an einem ausgewiesenen Wanderweg und mehr. Auch dies kann für InvestorInnen interessant sein.

Ist die Bekanntgabe der konkreten Lage aus Artenschutzgründen nicht möglich, werben Sie mit Bildmaterial oder auch Tönen. Über die regelmäßige Veröffentlichung des Projektverlaufs über “Mein AgoraNatura” stellen Sie bereits eine allgemeine Erlebbarkeit her. 

Nutzen Sie die Möglichkeit im Onlineformular, außergewöhnliches zu Ihrer Fläche hervorzuheben, z.B. etwas zur historischen Bedeutung oder allgemein besuchbaren Erlebnisangeboten rund um Ihre Fläche. Nutzen Sie wie immer Bildmaterial. Zeigen Sie, was Ihr Projekt alles zu bieten hat!

Beispiel für eine Blüte bei bestehenden Verpflichtungen

Stellen Sie sich eine besonders artenreiche Ackerfläche bei einem Ökobetrieb vor. Es kommen sehr viele Ackerwildkräuter vor, darunter auch gefährdete Segetalarten wie z.B. Ackerrittersporn, Ackerlichtnelke und Kleine Wolfsmilch. Diese Vielfalt soll erhalten werden. Dafür ist eine Finanzierung notwendig, denn ohne die Finanzierung kann und will der Landwirt die Fläche nicht weiter so nutzen wie bisher. Es ist durchaus so, dass er die Artenvielfalt gerne weiter „produzieren“ möchte, aber er möchte dafür auch einen angemessenen Lohn.

Blüte AgoraNatura

Vielfalt Pflanzen: Bei der Kartierung der Ackerfläche nach der Methode zur Erfassung von High Nature Value-Farmland werden 7 Kennarten gefunden. Ziel ist, die bestehende Vielfalt zu erhalten. Für das Projekt wird die Nutzung daher entsprechend geplant. Unser Projekttyp „Wertvolles Ackerland“ gibt dazu Empfehlungen. Die Projektfläche kann mit den 7 Kennarten im Bereich „Vielfalt Pflanzen“ in die mittlere Wertkategorie eingeordnet werden: „sehr wertvoll“.

Für das Referenzszenario ist zu beachten, dass der Landwirt nach den Richtlinien für den ökologischen Landbau arbeitet. Es ist davon auszugehen, dass bei einer intensiveren ökologischen Nutzung die besondere Vielfalt verloren geht. Jedoch ist nicht unbedingt davon auszugehen, dass die gesamte Vielfalt der Ackerwildkräuter verloren geht. Bei der Einordnung der Projektfläche in die Wertkategorien würden wir daher die unterste Wertkategorie als „bereits vorhanden“ definieren (schraffiert dargestellt), die mittlere Wertkategorie als zusätzlich werten (vollfarbig dargestellt).

Vielfalt Tiere: Wird die Nutzung wie im Projekttyp empfohlen umgesetzt, entsteht ein lückiger, krautreicher Getreidebestand. Er bietet erreichbare Nahrung für vielfältige Arten der Agrarlandschaft und auch gute Aufzuchtmöglichkeiten für die bodenbrütenden Vogelarten, wie z.B. die deutschlandweit im Bestand abnehmende Feldlerche. Im Bereich „Vielfalt Tiere“ kann die Projektfläche damit mindestens in die unterste Wertkategorie eingeordnet werden. Da aber bekannt ist, dass die ökologische Nutzung grundsätzlich bessere Voraussetzungen schafft, damit wildlebende Tierarten auf den Nutzflächen einen Lebensraum finden, tendieren wir dazu, diese unterste Wertkategorie als vorhanden zu definieren (schraffiert dargestellt), nicht zuletzt, um die bereits vorhandenen Leistungen des Ökolandbaus auch angemessen darzustellen.

Wasserleistung: Auch hier sehen wir die erste Wertkategorie als gegeben an, da die ökologische Nutzung bereits als sehr positiv für eine gute Grundwasserqualität bewertet wird. Wir klicken hier “wertvoll” an als: “wird mit der Referenznutzung erhalten oder erreicht (schraffiert dargestellt)”.

Fazit: Wir haben an diesem Beispiel relativ viel als bereits vorhanden eingeordnet. Es kann durchaus auch anders argumentiert werden. Wichtig ist, dass durch die Blüte deutlich wird, wenn relevante Effekte nicht dem Projekt angerechnet werden können. Dafür haben Sie im Formular die unterschiedlichen Optionen zur Einordnung der Naturleistungen.

Bedenken Sie beim Ausfüllen zudem, dass die Wahl der Wertkategorie ein Versprechen ist. Schätzen Sie Ihre erwarteten Ergebnisse konservativ ein.