Blühfläche im Rebhuhnschutzprojekt Göttingen

Entwicklung einer Ackerfläche als Lebensraum für einen gefährdeten Feldvogel

Wir wollen auf der Ackerfläche eine Blühfläche entwickeln, um den Erhalt der bestehenden Rebhuhnpopulation im Gebiet zu unterstützen. Die ausgewählte Ackerfläche kann ein bis zwei Rebhuhnpaaren als vollständiges Frühjahrs/Sommerrevier dienen und bietet zudem Deckung im Winter. Zahlreiche weitere Arten können zudem von der Blühfläche profitieren. Weitere Infos zum Projekt unter www.rebhuhnschutzprojekt.de

08/2021 – 07/2026
2.3 Hektar
Spende
16,50
8 Zertifikate verkauft   |   1142 noch verfügbar
noch 170 Tage können Sie investieren
  • Summe:

Über das Projekt

Ausgangssituation

Die zu entwickelnde Fläche ist Teil eines Lebensraums der bundesweit stark gefährdeten Feldvogelart Rebhuhn. Das Rebhuhn ist von katastrophalen Bestandseinbrüchen betroffen und benötigt dringend eine Aufwertung der Agrarlandschaft. Bis zum Herbst 2021 befindet sich die Maßnahmenfläche in konventioneller ackerbaulicher Nutzung. Die Fläche ist eingebettet in das Rebhuhnschutzprojekt Göttingen, getragen von der Abteilung Naturschutzbiologie der Uni Göttingen und der Biologischen Schutzgemeinschaft Göttingen e.V. .Es gibt im Umfeld weitere Blühflächen, mit denen zusammen die neue Fläche einen Lebensraumverbund bilden wird. Seit 2006 kartiert die Uni Göttingen hier den Rebhuhnbestand. Eine sieben-jährige Telemetriestudie mit über 200 besenderten, wildlebenden Rebhühnern hat die Probleme des Rebhuhns in unserer Agrarlandschaft aufgezeigt: es fehlt an ganzjähriger Deckung in ungenutzter, insektenreicher Vegetation – insbesondere in der riskanten Brutzeit.

Warum hier?

Perfekte Lage: In der Umgebung brüten Rebhühner und die Lage der Fläche ist sehr gut als Brutort geeignet. Die Daten aus der Telemetriestudie im Rebhuhnschutzprojekt Göttingen zeigen, dass die Sicherheit des Brutortes von der Breite abhängt: Je größer die Blühfläche, desto sicherer ist der Brutplatz. Die Fläche ist kein linienförmiges Landschaftselement und hat damit ein geringes Prädationsrisiko.

Was wäre ohne das Projekt?

Ohne das Projekt würde der Landwirt die Fläche weiterhin konventionell ackerbaulich nutzen.

Als konventioneller Acker wäre die Fläche nicht als Bruthabitat geeignet.

Konkrete Maßnahmen

Im Herbst erfolgt die Einsaat mit einer im Rebhuhnschutzprojekt erprobten Saatmischung(Regio-Saatgut): überwiegend ruderale Wildpflanzenarten in sehr geringer Aussaatdichte (3 kg/ha), dies lässt Raum für sich spontan einstellende Wildkräuter.
Im folgenden Herbst wird eine Hälfte der Fläche neu bearbeitet, um ein Nebeneinander ein- und mehrjähriger Vegetation zu erhalten. Diese bearbeitete Hälfte wechselt alljährlich, so dass die Vegetation auf einem Initialstadium der Sukzession gehalten wird und damit über die Jahre eine gewisse Artenvielfalt und heterogene Vegetationsstruktur erhalten bleibt. Bei Bedarf werden im Frühjahr ein paar offene Schneisen aufgegrubbert zur Selbstbegrünung.
Es gibt keine Düngung und kein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Die Vegetation auf Fläche erhält sich ab dem zweiten Jahr durch Selbstausaat.

Geschützte Arten

Das Rebhuhn ist eine geschütze Art und wird in Niedersachsen auch unter den prioritären Arten geführt: Niedersachsen hat bundesweit die noch höchste Population an Rebhühnern, allerdings bei weiterhin sehr stark abnehmenden Beständen. Viele weitere Arten werden von der Fläche profitieren.

In diese Naturleistungen investieren Sie

Gefährdete Zielarten auf der Fläche oder in direkter Umgebung
  • Rebhuhn
Besonders gefördert werden
  • blütenbesuchende Insekten
Weitere gefährdete Tierarten auf der Fläche oder in direkter Umgebung
  • stark rückläufige Arten der Agrarlandschaft: Bluthänfling
  • Goldammer
  • Sumpfrohrsänger
  • Wachtel
  • Feldsperling
  • Feldschwirl
  • Feldhase
Weitere wichtige Arten
  • blütenbesuchende Insekten
  • Stieglitz
  • Schwarzkehlchen
  • Dorngrasmücke
  • Rohrammer
Besondere Habitatstrukturen
  • Nebeneinander von ein- und mehrjähriger Vegetation jeweils 50% der Fläche
Blühende Monate: 5

Wildkräuter 24 Arten, Einjährige, Zweijährige: 14 Arten und mehrjährige Stauden 10 Arten

Farbliche Vielfalt: weiß, rot, gelb, blau - je nach Zeitpunkt

Klatschmohn, Wegwarte, Wilde Möhre, Natternkopf, Karde, Gelber Steinklee, Färberkamille

Besondere Habitatstrukturen
  • überdauernde krautige Vegetation, hohle überjährige Stängel, Streuschicht am Boden
  • Staudenflur aus ruderalen Arten, Wiesenarten, ein - und mehrjährig

Verzicht auf den Einsatz von Insektiziden

Verwendung von Regiosaatgut 24 Arten

Relevante Kenngrößen

keine N-Düngung

keine Pflanzenschutzmittel


So kann jeder die Naturleistung erleben

  • Die Fläche ist über einen öffentlichen Weg erreichbar.
  • Bilder über das Projekt werden jährlich auf dem Online Marktplatz AgoraNatura veröffentlicht.

Man kann die Fläche leicht erreichen und auf eigene Faust besuchen, Fotos machen und Blütenbesucher und Vögel sehen. Die Fläche wertet einen der wichtigsten Naherholungsräume der Stadt Göttingen auf.

ProjektanbieterIn

Universität Göttingen

Ansprechperson: Eckhard Gottschalk

Webseite: https://www.rebhuhnschutzprojekt.de

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Projektbeteiligte

Landwirt Werner Magerhans

Er bewirtschaftet die Fläche und hat auf ähnlichen Flächen schon Erfahrung mit der Bestellung von Blühflächen für den Rebhuhnschutz gesammelt. Zitat Werner Magerhans zu einer großen Blühfläche neben seinem Stall: Wenn ich für jedes Foto, das die Leute an meiner Blühfläche machen, einen Euro bekommen würde, müsste ich nicht mehr arbeiten!"

Familienbetrieb

Niedersachsen, Göttingen-Geismar, 37083

Dokumentation in der Umsetzungsphase

Das Projekt startet am 01.08.2021 und läuft genau 5 Jahre, vorausgesetzt alle Zertifikate wurden verkauft.

Sie werden regelmäßig über den Verlauf des Projekts informiert. Dafür können die Anbietenden kurze Nachrichten, Bild- oder auch Audiomaterial bereitstellen. Die Anbietenden sind verpflichtet, mindestens einmal im Jahr zu berichten, ob bei der Umsetzung alles geklappt hat. Gibt es aus Ihrer Sicht Schwierigkeiten, wenden Sie sich an uns, an den Anbietenden selbst oder an die Zertifizierungsstelle.

Dokumentation der Zertifizierung

Zertifiziert nach

Natur Plus Standard

Zertifiziert durch

test

Zertifizierungsbericht

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