Naturnahe Weideflächen im Freisinger Moos

Landschaftspfleger - zum Fressen gern

In Umsetzung

Wir wollen eine naturnahe Beweidung mit Murnau-Werdenfelser Rindern umsetzen, um die Projektfläche strukturreich zu entwickeln, insbesondere Bereiche mit Stauwasser zu schaffen und die Ausbreitung von Neophyten und Schilf zu stoppen.

05/2020 – 04/2025
Icon Partner Haende pur 1.8 Hektar
Icon Partner Haende pur Spende
Icon Partner Haende pur 6,60
900 von 900
Projektverlauf
01.05.2020
30.04.2025
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Über das Projekt

Ausgangssituation

Das Projektgebiet ist Teil des FFH-Lebensraumes “Moorreste im Freisinger Moos”. Momentan wird es teilweise gemäht. Weidengebüsche, Schilf und Goldrute breiten sich allerdings aus. Die Blänken sind in den letzten Jahren vollständig von Schilf überwachsen.

Warum hier?

Die Fläche ist Teil des FFH-Gebiets „Mooreste im Freisinger Moos“. Sie ist auch Teil des Freisinger Mooses. Eine Rückführung hin zu mehr Feuchtigkeit bedeutet, Faktoren so zu sichern, dass der Ausgangszustand des Moores wiederhergestellt werden kann.

Was wäre ohne das Projekt?

Ohne das Projekt würde die Fläche auch weiterhin nur teilweise und sporadisch gemäht werden. Das Mulchgut würde auf der Fläche liegen bleiben, was langfristig den Nährstoffhaushalt beeinflussen würde.

Die Projektfläche würde ohne naturnahe Beweidung immer mehr von Weidengebüsch, Schilf und Goldrute besiedelt werden. Langfristig würde sich somit ein Lebensraum mit wenig Mikrohabitaten und Strukturarmut entwickeln. Schließlich würde der typische Charakter eines Feuchtgrünlandes mit Stauwasserbereichen verschwinden.

Konkrete Maßnahmen

- Start der Beweidung im Frühjahr 2020 mit Murnau-Werdenfelser Rindern
- Zäunung der Fläche im Frühjahr + Unterstand + anschließend enges Weidemanagement
- Keine mineralische Stickstoffdüngung, kein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und keine Zufütterung von März bis Dezember
- Schlitzansaat von standortangepasster Saatmischung und Einzelansaat feuchteliebender Wildpflanzenarten auf Rohbodenstandorten + jährliche Mahdgutübertragung von artenreichem Extenisvgrünland → Sumpfgladiole, Mehlprimel,..
- bei Bedarf Aufwuchsregulierung (Weidepflege) und Goldrutenbekämpfung

Geschützter Biotoptyp + Lebensraumtyp

Geschützte Arten

u.a. Wiesenbrüterschutz durch Strukturanreicherung von unmittelbar angrenzenden Bruthabitaten

In diese Naturleistungen investieren Sie

Gefährdete Arten
  • Sumpfgladiole
  • Mehlprimel

Besonders gefördert werden
  • Vielfältige Arten des Feuchtgrünlands

Alte Rinderrassen

Wichtige Namen
  • Murnau-Werdenfelser Rinder

Aussterbene Rinderrasse

Weiteres: Mahdgutübertragung

Spenderfläche

Besondere Habitatstrukturen
  • Mikrohabitate durch Stauwasser in Mulden

So kann jeder die Naturleistung erleben

  • Die Fläche ist über einen öffentlichen Weg erreichbar.
  • Bilder über das Projekt werden jährlich auf dem Online Marktplatz AgoraNatura veröffentlicht.
  • Die Fläche kann nach Absprache mit dem Anbieter besucht werden.

Die Fläche liegt im FFH-Gebiet „Moorreste im Freisinger Moos“

Diese unterstützen Sie indirekt

Relevante Kenngrößen

Tierbestand max. 1,4 GV

keine Düngung


ProjektanbieterIn

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Projektbeteiligte

Martin Bartl

Wir, die Familie Bartl, dürfen die naturnahe Pilot-Beweidung im Freisinger Moos mit dem LPV Freising umsetzen. Unser Betrieb pflegt derzeit ca. 30 ha Grünland im Freisinger Moos und 5 ha am tertiären Hügelland durch Beweidung und Mähen. Kein Einsatz von Kunstdünger und Pflanzenschutz! Der derzeitige Tierbestand besteht aus ca. 15 Rinder (Mutterkühen) mit Nachzucht den Rassen Murnau-Werdenfelser (vom Aussterben bedroht), Pinzgauer (Alte Zuchtrichtung-von Aussterben bedroht) und Feckvieh (Simmentaler). Der Schafbestand besteht zur Zeit aus 70 Mutterschafen mit Nachzucht der Rassen Braunes- Schwarzes- und Weißes Bergschaf (alle vom Aussterben bedrohte einheimische Rassen) Wir vermarkten alle unsere Tiere regional, da wir ihnen lange Transportwege ersparen möchten und uns ein artgerechter Umgang wichtig ist. Das Knowhow unseres Betriebes besteht aus den Erfahrungen meines Vaters (Landwirt), der seit über 40 Jahren aktiv die Beweidung im Freisinger Moos mit Rindern betreibt. Er hat als erster Landwirt vor ca. 30 Jahren wieder mit der Rinderbeweidung in unserer Region begonnen. Zusätzlich habe ich selbst seit fast 30 Jahren Erfahrung mit der Schafbeweidung im Moosgebiet. Wir waren nach Klemens Walk aus Pulling der einzige größere Schafhalter der Schafbeweidung zur Landschaftspflege im Moos derzeit durchführt. Ich selbst bin Tierwirt Fachrichtung Schäferei und der Geschäftsführer des Landesverbandes Bayerischer Schafhalter e.V. Mein Spezialgebiet ist das Anfertigen von Beweidungskonzepten vom Magerrasen bis zum Moorgebiet. Wir beraten und begleiten in ganz Bayern Schäfereien, LPVs sowie UNBs bei der Entwicklung und Umsetzung von Beweidungsplänen. Das Ziel ist eine zu 100% CO²-neutrale Bewirtschaftung. Langfristig soll sogar CO² wieder im Moorboden gebunden werden. Ein einmaliges Projekt, das uns neue Wege aufzeigen soll und wird, wie eine nachhaltige und naturnahe Moorbewirtschaftung funktionieren kann.

Familienbetrieb

Weitere Projektbeteiligte

Untere Naturschutzbehörde
Überwachung/Evaluation und fachliche Expertise

Bayern, Freising, 85356

Dokumentation in der Umsetzungsphase

Das Projekt startet am 01.05.2020 und läuft genau 5 Jahre, vorausgesetzt alle Zertifikate wurden verkauft.

Sie werden regelmäßig über den Verlauf des Projekts informiert. Dafür können die Anbietenden kurze Nachrichten, Bild- oder auch Audiomaterial bereitstellen. Die Anbietenden sind verpflichtet, mindestens einmal im Jahr zu berichten, ob bei der Umsetzung alles geklappt hat. Gibt es aus Ihrer Sicht Schwierigkeiten, wenden Sie sich an uns, an den Anbietenden selbst oder an die Zertifizierungsstelle.

Dokumentation der Zertifizierung

Zertifiziert nach

Natur Plus Standard

Zertifiziert durch

test

Zertifizierungsbericht

PDF öffnen

Berichte

PDF öffnen

Neuigkeiten

Weideaustrieb (05/21)

In der letzten Mai Woche war der Weideaustrieb 2021. Bei einem Pressetermin mit Vertreter des Wasserwirtschaftsamts München (Eigentümer der Fläche), Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde und dem Vorstand des Landschaftspflegeverband Freising e.V. erklärte der Landwirt Martin Bartl den geplanten Weidebetrieb und die weiteren Maßnahmen auf der Fläche im Freisinger Moos.

So werden beispielsweise die feuchten Seigen vorerst ausgezäunt, um Amphibien im und rund um den Schilfbereich zu schonen, der letztes Jahr durch die Weidetiere freigestellt wurde.

Die Entfernung einiger Weidengebüsche auf der Weide zeigt bereits einen ersten deutlichen Erfolg. Ein Helmknabenkraut (Orchis militaris) blüht in der nun besonnten Südseite des Flurstücks.

Zudem konnte die Goldrute, als dominierender Neophyt auf der Fläche, bereits durch den ersten Beweidungsgang im Sommer 2020, offenbar deutlich geschwächt werden.

Bei der Begehung konnte auf der Fläche der Kuckuck und ein großer Brachvogel beobachtet werden.

Der Besatz der Weide, mit momentan einem Fleckvieh und zwei jungen Murnau-Werdenfelserrinder, wird in den kommenden Wochen/Monaten eng gesteuert und ggf. angepasst.