Unsere Antworten auf häufige Fragen...

Fragen über AgoraNatura

Agora ist ein historischer Begriff aus dem Griechischen, der “Versammlungs-” oder “Marktplatz” bedeutet. An dem wichtigen Kultur- und Veranstaltungsort wurde über das Zusammenleben in der Gemeinschaft diskutiert und verhandelt. In diesem Sinne versteht sich AgoraNatura nicht nur als “Marktplatz” für zertifizierte Naturschutzprojekte, sondern als einen Ort, an dem sich alle in die Diskussion über das Verhältnis von Natur und Gesellschaft einbringen können.

Im Gegensatz zu anderen Naturschutzplattformen werden die Effekte der Naturschutzprojekte nach wissenschaftlich anerkannten Methoden ausgewiesen und von unabhängigen Gutachtern zertifiziert. Die Investition weist darüber hinaus eine hohe Transparenz auf, da das Geld nur flächenbezogen, genau verortet und für ein bestimmtes Projekt eingesetzt wird. Alle Projekte auf dem Marktplatz erfüllen dabei dieselben Kriterien. 

AgoraNatura ermöglicht es, über den Kauf von Naturschutzzertifikaten in Naturschutzprojekte zu investieren und damit deren Umsetzung zu ermöglichen. Die InvestorInnen zahlen für zertifizierte und transparente Projekte. Dafür erhalten sie eine Bescheinigung über die Anzahl der gekauften Zertifikate. Ein Zertifikat steht dabei immer für die geplanten Projektergebnisse auf einer Fläche von 100 m2 innerhalb eines Jahres. Eigentumsrechte werden dabei nicht übertragen. Je nach Projekt können bestimmte Zutritts- und Nutzungsrechte vereinbart werden, zum Beispiel eine Einladung zu Veranstaltungen oder gemeinsamen Pflegemaßnahmen. Die Entscheidung darüber liegt aber bei den Anbietenden selbst; sie informieren über besondere Erlebnisse in ihrer Projektbeschreibung.

AgoraNatura steht deutschlandweit allen offen, die auf Ihren eigenen oder gepachteten Flächen Projekte zum Schutz und der Entwicklung von biologischer Vielfalt und Naturleistungen umsetzen wollen, also Landwirten, Kommunen, Landschaftspflege- und Naturschutzverbänden und Stiftungen. Wichtig ist, dass die Person oder Organisation, die ein Angebot einstellen will, während der Projektlaufzeit über die notwendigen Nutzungsrechte verfügt und die Verantwortung für die Umsetzung des Projekts übernimmt. 

Die Anbietenden selbst legen die Preise fest. Sie wissen am besten, welche Kosten für die Durchführung der Erst- und Folgemaßnahmen entstehen, zum Beispiel zur Pflege der Flächen. Außerdem fließen Kosten ein, die dadurch entstehen, dass die Fläche nicht alternativ verwendet werden kann, z. B. für die Produktion von Tierfutter oder die Verpachtung an Dritte. 

Insbesondere private Landbesitzer können auch einen gewissen Gewinn einkalkulieren, denn gutes Handeln darf – und muss – belohnt werden, um ein attraktives und nachhaltiges System zu schaffen. Auch die Frage, welches Risiko mit den versprochenen Maßnahmen oder Ergebnissen einhergeht, hat einen Preis. Die Anbieterinnen und Anbieter sind daher aufgefordert, einen für alle Beteiligten fairen Preis festzulegen – auch für sie selbst, denn der Naturschutz braucht ihr langfristiges Engagement.

Zum finalen Angebotspreis werden außerdem Monitoring-Kosten hinzugerechnet, mit denen die Anbietenden den Erfolg der Maßnahmen kontrollieren können Außerdem wird ein gewisser Kostensatz nötig sein, um die Organisations- und Verwaltungskosten der Projektträger (z. B. Landschaftspflegeverbände, Naturschutzvereine) und – nach Ablauf der Projektförderung in 2021 – der Plattform selbst zu decken.

An AgoraNatura als Vermittler fließen aktuell keine Gebühren für das Einstellen der Projekte. Jedoch fällt eine Transaktionskostengebühr für den Zahlungsdienstleister in Höhe von 9% an. 

Durch den Kauf der Zertifikate eines Projekts kommt zwischen der anbietenden Person oder Organisation und den Investierenden ein Vertrag über die Durchführung des Projekts zustande. Über die Form des Vertrags entscheidet die anbietende Person oder Organisation bei der Projekteinreichung und hat dabei die Wahl zwischen Spende, Dienstvertrag und Werkvertrag. Es gibt diese unterschiedlichen Vertragsformen, weil nicht jeder Anbietende eine Spendenbescheinigung ausstellen kann. Dies hängt davon ab, ob eine vom Finanzamt bescheinigte Gemeinnützigkeit vorliegt. Außerdem spiegeln die Vertragsformen die Risikobereitschaft der Anbietenden wieder.

Bei einer Spende und einem Dienstvertrag sind Sie rechtlich gesehen nicht verpflichtet, die Projektziele zu erreichen sondern die vereinbarten Maßnahmen durchzuführen. Bei einem Werkvertrag hingegen sind Anbietende hinsichtlich der Maßnahmen flexibel, aber rechtlich verpflichtet, die Projektziele zu erreichen (z. B. das Vorkommen bestimmter Arten nachzuweisen). Somit könnte ein Werkvertrag für manche Investoren ein attraktives Verkaufsargument sein.

Die unterschiedlichen Vertragsformen erlauben daher beiden Seiten – Anbietenden und Investierenden – sich entsprechend ihrer Möglichkeiten und Präferenzen zu engagieren.  

Der Naturplus –Standard gilt für die Zertifizierung von klar definierten Projekten, die zum Erhalt oder zur Verbesserung von biologischer Vielfalt und Naturleistungen führen und erlebbar sind. Durch die Einhaltung der dort beschriebenen Kriterien erfolgt eine transparente Darstellung der Projekte und der zu erwartenden Wirkungen.

Die Einhaltung des Standards wird durch unabhängige Dritte geprüft. Aktuell ist die agrathaer GmbH die zuständige Zertifizierungsstelle für alle Angebote, die auf AgoraNatura erscheinen möchten. Künftig werden in verschiedenen Regionen Deutschlands Zertifizierungsstellen etabliert.

AgoraNatura befindet sich in der Pilotphase und wird finanziert durch eine gemeinsame Projektförderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sowie des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN). Diese Projektförderung ermöglicht die Realisierung und das Testen des Marktplatzes. Aktuell fließen alle eingenommenen Gelder in das jeweils ausgewählte Projekt. Aufgeschlagen werden muss allerdings eine  Transaktionsgebühr für den Zahlungsdienstleister, die den reibungslosen Zahlungsverkehr über insolvenzsichere Treuhandkonten ermöglicht und ein Sicherheitsaufschlag für nicht erfolgreiche Projekte, damit die Anbietenden bei Misserfolg keine Kosten haben (zusammen 10%).

Bis zum Ende der Förderphase im Sommer 2021 wird ein Konzept erarbeitet, der es AgoraNatura als selbsttragendem Marktplatz auch weiterhin erlaubt, als unabhängiger Vermittler allen anbietenden Personen und Organisationen offen zu stehen. 

AgoraNatura wird die bis zum Jahresende 2020 geltende Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes nicht aufgreifen. Dafür bitten wir um Verständnis! Alle Projekte auf AgoraNatura sind mittel- bis langfristig angelegt, sodass es innerhalb eines Projektes zu unterschiedlichen Mehrwertsteuersätzen und damit zu einem unverhältnismäßigen Mehraufwand für die AnbieterInnen und AgoraNatura kommen würden. Die dadurch mehr eingenommenen Gelder gehen in das jeweilige Projekt.

Fragen von AnbieterInnen

In Deutschland steigt das Bewusstsein für Naturschutzthemen stetig, wie repräsentative Umfragen zeigen. Viele Menschen sind bereit, selbst mehr Verantwortung zu übernehmen, auch finanziell. Allerdings werden oft einige Hindernisse wahrgenommen, sich stärker für den Naturschutz zu engagieren. Beispielsweise möchten sich viele Privatpersonen und Unternehmen vor der eigenen Haustür, in einer bestimmten Region oder zu einem bestimmten Thema engagieren, wissen aber nicht, welche konkreten Projekte es überhaupt gibt. Andere fürchten, dass Ihr Geld nicht gezielt für die versprochenen Maßnahmen verwendet wird oder gar keinen konkreten Effekt erzielt. 

Mit AgoraNatura bieten wir Ansätze, einige dieser Hürden zu überwinden. Indem Sie als Anbietende transparent aufzeigen, wo und wofür das Geld verwendet wird und was Sie damit erreichen können, steigt für Unternehmen und Privatpersonen die Motivation, sich finanziell zu beteiligen. 

Bei AgoraNatura geht es darum, die biologische Vielfalt und die damit verbundenen Naturleistungen zu fördern und sichtbar zu machen. Zur Inspiration haben wir Projekttypen erarbeitet. Diese können Sie sich hier nach Ihrer Registrierung bei AgoraNatura ansehen und auch herunterladen. Alle verwendeten Methoden finden Sie auf der Seite des Naturplus-Standards, nach dessen Kriterien Ihr Projekt auch zertifiziert wird.

Es gibt unterschiedliche Methoden, um die Effekte auf die biologische Vielfalt und Naturleistungen zu erfassen. Der Naturplus-Standard macht keine konkreten Vorgaben, sondern stellt eine Reihe wissenschaftlich fundierter Methoden vor, die Anbietenden zur Verfügung stehen. Dieser “Methodenkoffer” wird stetig erweitert. Schauen Sie sich gern auf der Seite des Standards um!

Ja, das ist sie. Es handelt sich um Methoden, die mit naturschutzfachlichen Kenntnissen relativ einfach anwendbar sind. Wenn Sie Unterstützung brauchen, melden Sie sich gern bei uns unter angebot[a]agora-natura.de oder beziehen Sie Naturschutzakteure Ihres Vertrauens mit ein.

Die konkrete Fläche, Maßnahmen und Ziele werden mit Ihrer Projektbeschreibung definiert und sind somit Grundlage für die Zertifizierung. Sollten im Verlauf Ihres Projekts Schwierigkeiten auftreten, wenden Sie sich direkt an die Zertifizierungsstelle und besprechen, ob Ihr Projekt wie geplant fortgesetzt werden kann und ob bzw. welche Anpassungen möglich sind.

Die Kombination mit anderen Finanzierungsinstrumenten (z. B. Direktzahlungen, Zahlungen für Ökolandbau) ist möglich, um noch wertvollere Naturschutzflächen zu schaffen. Bei Ihrer Projektbeschreibung geben Sie bestehende Verpflichtungen an und versichern, dass die Maßnahmen und erwartete Ergebnisse, für die Sie über AgoraNatura Finanzierungspartner suchen, nicht bereits gefördert werden.

Sie haben das Recht, Investitionsangebote innerhalb von zwei Wochen individuell abzulehnen. Sie können aber auch bei Ihrer Projektbeschreibung einer automatischen Annahme zustimmen.

In Ihrem “Mein AgoraNatura” finden Sie alle Funktionen, die Sie für das Einstellen und Umsetzen eines Projekts bei AgoraNatura benötigen. (wird ergänzt)

Fragen von InvestorInnen

Wenn Sie ein Projekt finanziell unterstützen möchten, müssen Sie sich bei AgoraNatura registrieren und anmelden. Auf der Seite des Projekts können Sie die gewünschte Anzahl an Zertifikaten auswählen oder die Gesamtsumme, die Sie investieren möchten. Mit Klick auf den Button “In Projekt investieren” legen Sie die gewählten Zertifikate in Ihren Warenkorb und können bezahlen. Sie können auch Zertifikate aus mehreren Projekten in Ihrem Warenkorb sammeln und dann gemeinsam bezahlen.

Im Kassenbereich wählen Sie Ihre Bezahlmethode und ergänzen ggf. fehlende Daten. Nachdem Sie die Geschäftsbedingungen bestätigt haben, schließen Sie den Vorgang mit dem Button “Zahlungspflichtig bestellen” ab. 

Die von Ihnen erworbene Anzahl an Zertifikaten gilt nun als verkauft. Sobald alle Zertifikate des Projekts einen Investierenden gefunden haben, kann es umgesetzt werden. Erst zu diesem Zeitpunkt wird Ihnen die Bescheinigung über die Investition in das Projekt per E-Mail zugesendet. 

Zertifikate können per Lastschrift oder Kreditkarte bezahlt werden. Diese Zahlungen werden über die Secupay AG abgewickelt. Außerdem können Sie per Klarna die Sofortüberweisung nutzen.

Wenn Sie sich für ein Projekt entschieden und Zertifikate gekauft haben, fließt Ihr Geld auf eine Art Treuhandkonto für das entsprechende Projekt. Dort “parkt” das Geld, bis alle Zertifikate des Projekts verkauft sind. Erst nach erfolgreicher Finanzierung fließt die Gesamtsumme an die anbietende Person oder Organisation.

Werden nicht alle Zertifikate eines Projekts verkauft, kommt das Projekt nicht zustande. In diesem Fall bekommen Sie je nach gewählter Bezahlmethode Ihr Geld zurück oder es wird gar nicht erst eingezogen.

Haben Sie per Lastschrift oder Kreditkarte investiert, wird das Geld nicht eingezogen. Haben Sie Vorkasse oder Sofortüberweisung als Bezahlmethode gewählt, fließt das Geld innerhalb von 14 Tagen nach Ablauf der ausgewiesenen Finanzierungsphase an Sie zurück.

Fragen von Unternehmen, die investieren wollen

Durch den Kauf von Zertifikaten können sich Unternehmen gezielt für den Erhalt von biologischer Vielfalt und Naturleistungen engagieren. Unternehmerisches Handeln steht in einem starken Zusammenhang zur Natur: Es wirkt auf die Natur ein, beispielsweise durch die Versiegelung von Flächen, den Verbrauch von Ressourcen und durch Emissionen. Gleichzeitig sind Unternehmen abhängig von der Natur, beispielsweise der Verfügbarkeit und Qualität natürlicher Rohstoffe oder von Naturerlebnissen als Teil des Geschäftsmodells. Unternehmen haben daher eine große Verantwortung und gleichzeitig ein starkes Eigeninteresse, zum Naturschutz beizutragen. Ein kurzes Video über die Zusammenhänge von Unternehmen und der Natur finden Sie hier (Quelle: World Business Council for Sustainable Development).

Darüber hinaus, erhöht sich das öffentliche Bewusstsein für Naturschutzprobleme stetig, beispielsweise was das Insektensterben und die Grundwasserbelastung angeht. Durch den Erwerb von Naturschutzzertifikaten können Unternehmen den wachsenden Erwartungen von Gesellschaft und Politik, Mitarbeitenden, Kundinnen und Kunden wie auch GeschäftspartnerInnen begegnen. 

Naturschutzzertifikate beziehen sich auf die Naturschutzflächen. Es wird also ein Projektvorhaben zertifiziert und nicht ein Unternehmen, Produkt oder eine Dienstleistung. Damit sind Naturschutzzertifikate mit Öko-Zertifizierungen oder Produktlabels kaum vergleichbar.

Nein! Die Naturschutzzertifikate können grundsätzlich nicht für gesetzlich geforderte Kompensationen genutzt werden wie Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen im Rahmen des Bundesnaturschutzgesetzes, das Ökokonto oder den Emissionshandel. AgoraNatura verfolgt das Ziel, zusätzliche Gelder für den Naturschutz bereitzustellen. Eine Anerkennung der Zertifikate, zum Beispiel im Rahmen der Eingriffs- Ausgleichsregelung, würde jedoch nicht zur Steigerung sondern lediglich zur Umverteilung von Naturschutzzahlungen führen. Zudem ist es in Deutschland generell nicht möglich, CO2-Zertifikate aus einem freiwilligen Markt für eine offiziell bestätigte Klimaneutralität anrechnen zu lassen.

Bei den Naturschutzzertifikaten auf AgoraNatura steht der Schutz der biologischen Vielfalt und verschiedener Naturleistungen im Vordergrund und das aktuell insbesondere in der genutzten Agrarlandschaft. Die Reduktion von CO2 auf diesen Flächen ist nur ein Aspekt und geht im Vergleich zu anderen Lebensräumen, wie Mooren und Wäldern, auch mit geringeren Klimaschutzeffekten einher.

Wenn Sie sich auf die freiwillige CO2-Kompensation konzentrieren möchten, empfehlen wir Ihnen eine Investition in MoorFutures. Es handelt sich hierbei um freiwillige Klimaschutzzertifikate aus der Renaturierung deutscher Moorflächen. Darüber hinaus finden Sie hier weitere Informationen zum Thema freiwillige CO2-Kompensationen in einer Publikation des Umweltbundesamtes.

 

Naturschutzzertifikate können natürlich für die Innen- und Außendarstellung Ihres unternehmerischen Engagements genutzt werden oder können als Geschenk für GeschäftspartnerInnen und MitarbeiterInnen dienen. Vor allem aber ermöglicht der Flächen- und Zeitbezug der Zertifikate (100 m2 für 1 Jahr) Ihnen, strategische Ziele zu setzen, beispielsweise bezogen auf die Kompensation von Büro-, Lager- oder Parkplatzflächen. Es ist auch vorstellbar, dass die Zertifikate an Produkte oder Dienstleistungen gekoppelt werden. Durch ein solches Angebot mit “ökologischem Zusatznutzen” involvieren Sie Ihre KundInnen und GeschäftspartnerInnen und kommen ins Gespräch. Indem Sie die Belegschaft in die Auswahl von Projekten einbeziehen, könnte die Identifikation mit der Umgebung von Unternehmensstandorten gesteigert werden und das gemeinsame Erleben von Projekten kann nach Absprachen mit den Anbietenden zu besonderen Netzwerk- oder Team Building-Events werden.

Wurde Ihre Frage nicht beantwortet? Dann schreiben Sie uns an info[a]agora-natura.de.